Digitalisierung und Corona-Schutz in den Schulen

Autor: Ronny Röske | Veröffentlich am: | Kategorie

Ich dachte immer, mein Optimismus sei unerschütterlich, aber heute wurde ich eines besseren belehrt! 🙄

In einem Informationsschreiben an Schulen informierten wir über Möglichkeiten der Luftentkeimung in Klassenräumen. Aktuell werden zahlreiche Versuche von engagierten Lehrerinnen in Ihren Klassen durchgeführt, um einen vernünftigen Präsenzunterricht zu gewährleisten und dafür zu sorgen, dass Erkältungen durch ständiges Lüften bei eisigen Temperaturen vermieden werden.

Dieses Problem ist ja nun mittlerweile bekannt und wurde in etlichen TV-Berichten und Interviews diskutiert. Die verantwortlichen Kultusministerinnen behaupten seit Monaten, dass man nun große Fortschritte gemacht hätte und alles "auf dem Weg" sei. Andererseits sehen und hören wir von Lehrkräften immer wieder, wie problematisch die finanzielle Situation in den Bildungseinrichtungen ist. Gelder, die lange zur Verfügung stehen, werden einfach nicht abgerufen, um endlich die nötigen Schritte umzusetzen.

Und dies bezieht sich eben leider nicht nur auf Corona-Schutzmaßnahmen, sondern auch auf die Digitalisierung der Schulen!

Und hier ist ein exemplarisches Beispiel einer typisch deutschen Verantwortungsdelegation. Oder sollte man es vielleicht eher Verantwortungslosigkeit nennen?

Die verantwortliche Person einer Verwaltung schrieb: ".... da andere hier im Hause die Bestellung durchführen. Da dies aber immer individuell in den Abteilungen erfolgt kann ich Ihnen keinen genauen Ansprechpartner nennen."

Und genau dies ist das Problem! Es gibt eine extrem hohe Rechtunsicherheit auf allen Ebenen, die auch engagierte Mitarbeiterinnen irgendwann frustriert zurücklassen. Alle Politikerinnen beschwören den Föderalismus und die Selbstständigkeit der schulischen Einrichtungen und übersehen dabei, dass Verordnungen, Reglements und Erlasse das System immer weiter einschnüren.

Damit sollte endlich Schluss sein! Politikerinnen müssen begreifen, dass Mitarbeiter dann am effizientesten arbeiten, wenn man Ihnen vertraut und ihnen Spielraum zugesteht. Und Politikerinnen sollten nicht nur um Wählerstimmen buhlen, sondern ihren gesunden Menschenverstand nutzen. Dies erfordert sicher auch Mut und ich möchte zum Schluß an dieser Stelle an die mutigen Entscheidungen von Helmut Schmidt während der Sturmflut von 1962 erinnern. Er war damals Polizeisenator in Hamburg und hat pragmatisch das Richtige getan. Er wurde auch kritisiert, aber er tat dies, um den Menschen zu helfen.

Klar, werden einige jetzt sagen: das waren auch andere Zeiten. Das stimmt auch, aber heute muss wieder den Menschen geholfen werden!

Nachtrag:

Der "Digitalpakt Schule" wurde im Mai 2019 von Bund und Ländern vereinbart. Insgesamt fünf Milliarden Euro sollen innerhalb von fünf Jahren für den digitalen Umbau der Schulen eingesetzt werden. Niedersachsen stehen davon etwa 470 Millionen zu. Vor einem Jahr waren die ersten Fördergelder in den Landkreis Helmstedt geflossen. Seitdem haben Niedersachsens Schulen nach Angaben des Kultusministeriums etwa 55 Millionen Euro abgerufen. Das sind weniger als zwölf Prozent der Gesamtsumme.

Es stellt sich die Frage, wer dort und warum bremst. Ich denke, dass dieses miserable Ergebnis für sich selbst spricht.

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